Cyber-Attacken: Rübig fordert Haftung der Softwarefirmen

Europäischen Meldepflicht von Cyber-Attacken in Österreich noch nicht umgesetzt

Straßburg, 16. Mai 2017 (ÖVP-PD) Der Europaabgeordnete Paul Rübig fordert, dass Softwarefirmen haften müssen, wenn durch Sicherheitslücken in ihren Programmen Computersysteme ausfallen und Daten verloren gehen.
"In erster Linie müssen die Softwarefirmen haften, vor allem wenn wissentlich Sicherheitslücken nicht geschlossen oder Updates nicht umgehend in Umlauf gebracht wurden. Erst in zweiter Instanz müssen auch die Nutzer in die Pflicht genommen werden, falls kritische Sicherheits-Updates lange Zeit nicht installiert werden", sagt Rübig, industriepolitischer Sprecher der ÖVP im EU-Parlament.

Der Wissenschaftsausschuss des EU-Parlaments, dessen Vorsitzender Rübig ist, hat Vorschläge gemacht, wie sich Europa besser gegen Cyber-Attacken wappnen kann und veröffentlicht diese Woche eine Studie dazu.
"Die europäische Wirtschaft braucht eine digitale Verteidigungspolitik. Es ist heute wahrscheinlicher, dass Terroristen ein Kernkraftwerk mit einem Computervirus angreifen als mit Waffengewalt. Ob Wirtschaft, Politik oder Öffentlichkeit, alle haben die Gefahr von Cyber-Attacken bisher unterschätzt. Cyber-Attacken sind eine Form neuer Kriegsführung", betont Rübig.

Außer der Haftung der Softwarefirmen fordert Rübig eine Meldepflicht. "Wir brauchen endlich eine EU-weite, umfassende, gesetzliche Meldepflicht von Cyberattacken. Die europäischen Regelungen dazu sind in Österreich noch nicht umgesetzt. Öffentliche Verwaltungen und Betreiber wichtiger Infrastruktur wie Energieversorger, Banken, Verkehrsbetriebe und Krankenhäuser sollen sich auf Cyber-Angriffe vorbereiten und sicherheitsrelevante Vorfälle anzeigen", sagt der ÖVP-Politiker.
Auch Bildungsangebote und Zertifizierungen zum Umgang mit Cyber-Bedrohungen sollten ausgebaut werden, fordert Rübig. "Standards für Ausbildung und Zertifizierung im Bereich der Cyber-Security und Gefahrenabwehr sollten auf europäischer Ebene gesetzt werden."

"Ein einziger Cyber-Vorfall kann Zehntausende Euro für ein kleines Unternehmen kosten, bis hin zu Millionen für groß angelegten Datendiebstahl. Dabei könnte die Mehrheit davon dadurch vermieden werden, dass Softwareanbieter und Nutzer einfache und günstige Vorkehrungen treffen", so der Europaabgeordnete.
    
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